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Nächster Gottesdienst

So 27.06. 09.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl (D. Wolff)
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So 27.06. 10.30 Uhr Gottesdienst - Übertragung des Sendungsgottesdienstes der OJK (Techniker)
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So 27.06. 09:00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl (S. Mann)
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Angedacht

Monatsspruch im Juni: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apg. 5,29)

„Petrus aber und die anderen Apostel sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Dieser Satz brachte mich einst dazu, das erste Mal in meinem Leben bewusst eine Bibel aufzuschlagen, denn dieses Zitat war Thema einer Erörterung in der 9. oder 10. Klasse für einen Hausaufsatz im Fach Deutsch – wohl gemerkt nicht an einer christlichen Schule. Ich musste damals erst einmal schauen, wer dieser Petrus eigentlich war, von dem dieser Satz stammte und in welchem Zusammenhang überhaupt. Und das damals Mitte der Neunziger noch ganz ohne Internetsuche! Doch ich weiß noch, ich war recht überrascht, dass wir sogar eine Bibel zu Hause stehen hatten.

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Dieser Satz ist mir auch in den letzten fünfzehn Monaten immer mal wieder begegnet – wenn auch nicht so punktiert, sondern indirekt und mit anderen Worten umschrieben oder ergänzt: „Wir können doch nicht hinnehmen, dass unsere Kirchen geschlossen werden ... dass unsere Gottesdienste beschnitten werden ... dass unsere Grundrechte eingegrenzt werden ... Warum tun die Kirchen nichts dagegen?“

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Ist dieser Satz von Petrus wirklich ein Gedanke des Aufruhrs? Eine Aufforderung zur Rebellion oder zum Widerstand? Und falls ja, in welchem Zusammenhang? Und wie steht dieser Bibelvers dann im Verhältnis zu Röm 13, wo es in den Versen 1 und 2 heißt:
„Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, ist sie von Gott angeordnet. Darum: Wer sich der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Anordnung; die ihr aber widerstreben, werden ihr Urteil empfangen.“

Bibelworte und Fragen, mit denen sich schon Luther vor 500 Jahren auseinander gesetzt hat. Damals trennte er gedanklich das Wirkungsfeld der Kirchen von denen des Staates („Obrigkeit“), den Wirkungsbereich des persönlichen Glaubens von denen des Amtes – aber ohne dabei Gott und Gottes Einfluss zu trennen oder gar auszuklammern. Denn wie es in Römer 13 steht, so betonte Luther, dass Gott beides bewirkt und beeinflusst: den persönlichen Glauben, als auch das Handeln des Staates. Dass dieser Gedanke missbraucht werden kann, zeigte sich besonders deutlich im Dritten Reich im nationalsozialistischen Deutschland. Damals war es richtig und wichtig, dass Christen und Gemeinden Mut hatten, gegen die nationalsozialistische Vereinnahmung der Kirchen aufzustehen, in den Widerstand zu gehen, sich bewusst zu Christus zu stellen und 1934 die Bekennende Kirche zu gründen.

Aber heute? Wer bestimmt eigentlich, was ich glaube, zu was ich stehe, wie ich meinen Glauben lebe? Ist es allein Gott? Oder von welchen Menschen, Meinungen oder gar Ideologien lasse ich mich selbst beeinflussen? Wem möchte ich gefallen, mit wem gern einer Meinung sein, wo dazugehören oder zumindest nicht anecken?

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Dieser Satz von Petrus und den Aposteln ist nämlich in erster Linie auf ihren persönlichen Glauben bezogen – selbst wenn er vorm Hohen Rat und vorm Hohepriester gesprochen wird. Petrus und die anderen Apostel sind so vom Heiligen Geist erfüllt, so getragen vom Glauben und dem was sie erlebten, dass sie nicht anders können, als weiter von Jesus Zeugnis zu geben und Gottes Wort zu verkünden, auch wenn der Hohe Rat dagegen entscheidet. Und so bin ich immer noch dankbar, wenn ich zurückschaue, wie vor einem Jahr – trotz geschlossener Kirchengebäude – Gottes Wort weiter floss: In Online-Gottesdiensten, in Andachtsheften, bei Grußaktionen für Ältere, bei dem Pilgerweg in Neudorf oder zu Weihnachten in Cranzahl, durch Bläsergrüße zu Ostern und in der Adventszeit, aber einfach auch durch persönliche Anrufe und Ermutigungen zwischen Nachbarn und Gemeindegliedern. Genau das spiegelt die lebendige Kirche, die Gemeinschaft von uns Christen wieder.

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ das hat auch etwas mit Berufung zu tun. Petrus und die Apostel werden ins Gefängnis geworfen, werden von göttlicher Hand befreit und ein Engel sagt ihnen, dass sie gehen und weiter zum Volk lehren sollen. Und sie tun dies – trotz der Gefahr einer weiteren Strafe.
Als wir als Ehepaar 2007 Gottes Ruf nach Äthiopien spürten oder Ende 2018 den Ruf ins Sehmatal, entschieden auch wir uns als Ehepaar und Familie bewusst dafür – und dies durchaus auch gegen die Meinung von Familie, Freunden und Kollegen: „Was so weit weg? Und dafür den sicheren Job aufgeben (bzw. verschieben)? Wo werdet ihr wohnen? Ist das nicht zu unsicher, zu ungewohnt, zu unbequem, zu kalt, zu heiß, ...?“
Nein es war nicht der einfachste und bequemste Weg, wenngleich doch ein sehr erfüllter. Aber „man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ haben Petrus und die Apostel damals geantwortet, sind mutig ihrer Berufung und ihrem nicht einfachen Weg gefolgt und haben weiter Zeugnis von Jesus Christus gegeben.


In diesem Sinne, bleibt gesegnet in Gottes Gegenwart und im Glauben an Ihn!


Ihre/Eure Pastorin Diana Wolff & Familie

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Losungen

Mittwoch, 23. Juni 2021 aktualisieren

Ich will dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben.
Psalm 63,5

Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht.
Kolosser 1,11-12
Mit freundlicher Genehmigung:
Herrnhuter Losungen